Ausgerechnet Uckermark

Stefan, wie bist du auf die Idee gekommen, Berlin zu verlassen und hier in Petershagen den Birkenhof aufzubauen?

Ich bin zwar in der Großstadt aufgewachsen, aber eigentlich war es immer ein Kindheitstraum von mir, einen richtigen Bauernhof zu bewirtschaften. Anfang der 2000er Jahre nahm die Idee dann Gestalt an und ich habe mich in Brandenburg auf die Suche nach einem passenden Objekt gemacht.

Was hat dich auf dieser Suche geleitet, was sollte "Dein Hof" haben?

Zuerst einmal sollte der Hof nicht zu weit von Berlin entfernt liegen und vor allem auch bequem ohne Auto zu erreichen sein. Schließlich wollte ich immer auch Gäste hier empfangen und schon damals war es unter meinen Berliner Freunden nicht unüblich, kein Auto zu besitzen. Außerdem stand die Nähe zu Badeseen und Wäldern auf dem Wunschzettel und schlussendlich sollte die Bausubstanz nicht zu schlecht sein. Wobei mir als Architekten „nicht einsturzgefährdet“ eigentlich schon genügt hätte.

Wie bist du dann gerade hier in der Uckermark gelandet?

Einige Monate lang bin ich mit Immobilienangeboten unter dem Arm durch Brandenburg gereist und irgendwann fand ich dann den Birkenhof - und der lag in der Uckermark! Ich hatte erstmal keine Ahnung von dieser Gegend, war noch nie da gewesen und hatte keine Vorstellung wie es dort aussieht. So machte ich mich auf die Reise.

Kannst du dich an den Tag erinnern, als du das erste Mal hierher gekommen bist? 

Das weiß ich noch ganz genau! Ich kam mit dem Zug aus Berlin über Angermünde.

Auf den letzten Kilometern schaukelte der Wagen auf alten Gleisen langsam durch Wiesen und Wälder. Aus dem Fenster konnte ich Rehe und Füchse beobachten. Ich war sofort fasziniert von der fast schon wilden Natur links und rechts der Bahnstrecke, vom endlosen Himmel und der Weite der Landschaft. In Petershagen angekommen begrüßte mich gleich ein Storch, der über die Wiese stelzte – so nah war ich als Stadtkind einem Storch noch nie zuvor gekommen! Als der Zug weitergefahren war, habe ich sofort die Stille bemerkt.

In welchem Zustand hast du damals den Hof vorgefunden? 

Der Birkenhof war zu dieser Zeit verwildert aber nicht verwahrlost. Hinter den Holunderbüschen konnte man den Garten gar nicht mehr erkennen. Sofort zu erkennen war die große Feldsteinscheune, die alten Stallungen für Schweine und Kühe, hier die Hühner, dort die alte Dreschmaschine - alles noch da. Ich hatte einen der wenigen noch komplett erhaltenen Dreiseitenhöfe der Umgebung gefunden. Er schlief nur und konnte geweckt werden!

Zugegeben, das Wohnhaus war kein schöner Anblick: komplett von braunem Rauputz und mehreren zweifelhaften Anbauten verunstaltet. Aber spätestens als ich unter dem abgeblätterten Putz das Feldgestein entdeckt hatte, war mir klar, dass ich diesen Hof wieder mit Leben erfüllen möchte. Die Landschaft und der alte Hof hatten mich ergriffen und eine Art Heimatgefühl geweckt, obwohl ich noch nie hier gewesen war. So hat damals mein Abenteuer Uckermark begonnen.